
Der verstorbene Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hatte es geahnt. Die Nachwelt möge sich bitte nicht „um eine Straße oder eine Hausnummer“ zu seinen Ehren streiten, schrieb er als letzten Punkt in sein Vermächtnis. Die Düsseldorfer CDU respektierte seinen letzten Willen etwas eigenwillig und stürzte sich bereits wenige Wochen nach Erwins Tod in einen abstrusen Streit mit der Nachbarstadt Meerbusch um die zwischen beiden Kommunen liegende Flughafenbrücke.
Diese Autobahnbrücke der A44 wollten Heimatvereine, Schützen und Düsseldorfer CDU nun gerne Joachim-Erwin-Brücke nennen. Die in solchen Fällen in der Regel fällige Wartezeit von mehreren Jahren wurde geflissentlich ignoriert, ebenso wie die Tatsache, dass die Brücke nur zur Hälfte auf Düsseldorfer Gebiet liegt. Die andere Hälfte gehört zu Meerbusch (Kreis Neuss). Die Düsseldorfer kamen nicht mal auf die Idee, in Meerbusch anzufragen. NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) holte sich in Berlin das Okay und ließ schon mal Namensschilder anfertigen.
Der Protest aus Meerbusch ließ nicht lange auf sich warten. Die Parteien der zehn Mal kleineren Kommune schlugen reichlich Terz und beschwerten sich beim NRW-Ministerpräsidenten. Minister Wittke ignorierte die Nachbarn, das Düsseldorfer Rathaus lotete schon den Umebennungs-Termin aus.
Dummerweise stolperte dann Minister Witttke über seine Raserei, und sein Nachfolger Lutz Lienenkämper (CDU) kommt aus Meerbusch und hat dort seinen Wahlkreis. Der Wirtschaftsexperte sah die Sache etwas differenzierter als Wittke und blies das umstrittene Projekt kurzerhand ab – unter Hinweis auf Erwins Vermächtnis.
Jetzt ist die Düsseldorfer Union/FDP mächtig sauer auf Lienenkämper. Aber der wird’s überleben. Und die 2002 eröffnete Brücke? Die heißt weiter Flughafenbrücke.
Link: Ein ganz informativer Artikel zum Thema findet sich bei der FAZ („Keine Brücke für Erwin„), eine Link-Sammlung gibt es beri Mister Wong.
Foto: Wikipedia/Walter Koch





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Gab es noch in den 1870er Jahren Piraterie vor der Ostküste der USA? Ein Mann namens Edward Owens (1852-1932) soll „Amerikas letzter Pirat“ gewesen sein. Das legten Recherchen einer Studentin nahe, die diese per verwackeltem Youtube-Filmchen und einer eigenen Website verbreitete. 1200 Besucher kamen, sahen und verbreiteten weiter.