Versteckte Botschaften in Lincolns Taschenuhr

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Die Kritzeleien in Lincolns Taschenuhr. Foto: Smithsonian’s National Museum of American History (Press-Release)

Wenn Bürgerkriegs- präsident Abraham Lincoln zur Taschenuhr griff, hatte er immer auch versteckte Botschaften in der Hand – von denen der Präsident allerdings nichts wusste. Denn unter dem Zifferblatt der „First Clock“ hatten sich die Uhrmacher verewigt. Das meldet das Washingtoner National Museum of American History in seinen Presse-Veröffentlichungen.

Drei Kritzeleien konnten Forscher jetzt entdecken. Die längste lautet: „Jonathan Dillon, April 13, 1861. Fort Sumter was attacked by the rebels on the above date. Thank God we have a government.“ Mit dem Angriff der Südstaaten auf Fort Sumter begann bekanntlich der amerikanische Bürgerkrieg.

Dillon war Uhrmacher in Washington und hatte den Chronometer des Präsidenten 1861 repariert. Noch 1906 brüstete sich der damals 83-Jährige damit, in der Uhr eine Botschaft hinterlassen zu haben.

Sein Urur-Enkel machte nun das National Museum of American History darauf aufmerksam, wo der Chronometer im Rahmen einer Lincoln-Ausstellung („Abraham Lincoln – an extraordinary Life„) gezeigt wird. Ein Urenkel des ermordeten Präsidenten hatte die goldene Uhr für die Ausstellung zur Verfügung gestellt – er gab seine Zustimmung zur Untersuchung. Ein Uhrmacher öffnete vor laufender Kamera den Zeitmesser, bestätigte, dass es da eine Botschaft hab – und der Dillon-Nachfahr las die Worte  laut vor, als ob sie erst gestern ins Metall graviert worden wären. Sein Ahn Jonathan schrieb zumindest leserlich…

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Das Signet der Ausstellung

Die Botschaft muss wohl nach unter dem direkten Eindruck der aufwühlenden Nachricht vom Ausbruch des Bürgerkrieges entstanden sein.

Der Uhrmacher war allerdings nicht der einzige, der sich unter dem Zifferblatt der Präsidentenuhr verewigte. Ein anderer Feinmechaniker schrieb nur „LE Grofs Sept 1864 Wash DC„. Ein weiterer – offenbar ein heimlicher Anhänger der Südstaaten – kritzelte den Namen des Lincoln-Gegenspielers und Konföderierten-Präsidenten Jefferson Davis auf eine freie Ecke.

Lincoln hatte die Uhr, ein Statussymbol, in der 1850er Jahren bei einem Juwelier in Springfield, Illinois. Sie war ein Zeichen seines Erfolgs als aufstrebender Rechtsanwalt. Das Uhrmacher sich in den Gehäusen verewigten, war zu dieser Zeit gängige Praxis.

Das Museum hat dazu auch ein dreiminütiges Video online gestellt.

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